Das Rebhuhn gilt als Symbol für eine artenreiche Feldflur, ist aber heute vielerorts selten geworden. Was können Jäger und Landwirte tun, damit diese Wildart auch künftig ihren Platz im Niederwildrevier behält? Um sich über wirksame Hege- und Schutzmaßnahmen zu informieren, besuchten die Jägerinnen der Jägerschaft Lingen am 23. Juli die Feldhuhnstation in Merzen.

Die Station, die seit 2022 besteht, verfolgt das Ziel, den Bestand des Rebhuhns in Niedersachsen zu sichern und zu stärken. Dafür werden Rebhühner aus Wildgelegen aus ganz Niedersachsen nachgezüchtet und anschließend in geeigneten Revieren ausgewildert, in denen sie mittlerweile selten geworden sind.

Stationsleiter Frank Roeles gewährte den Jägerinnen einen anschaulichen Einblick in die tägliche Arbeit. Mithilfe von Brutmaschinen, Hühnerglucken und viel Fachwissen werden hier jährlich rund 100 Rebhuhnküken großgezogen. Roeles betonte die Bedeutung naturnaher Bedingungen, einer hohen Schlupfquote und einer artgerechten Fütterung für eine erfolgreiche Aufzucht. Besonders anschaulich wurde dies, als er zwei erst 15 Tage alte Rebhuhnküken für eine Weile in die angrenzende Blühfläche setzte und erklärte, wie wichtig eine offene, abwechslungsreiche Landschaft mit ausreichenden Deckungsmöglichkeiten für das Überleben der Jungvögel ist.

Während des Rundgangs durch die Aufzuchtanlagen informierte Roeles zudem über die vielfältigen Maßnahmen, die das Überleben der Rebhühner sichern – dazu zählt auch der Schutz vor natürlichen Feinden wie dem Fuchs, die den Bestand zusätzlich gefährden.
(Anne Kokenbrink)